Solaranlage gegen Wärmepumpe – Die richtige Poolheizung finden

Solar Roll-Anlage

Ein eigener Swimmingpool ist eine schöne Sache. Allerdings macht das Baden nur halb so viel Spaß, wenn das Wasser keine angenehme Temperatur hat. Und da die wärmende Kraft der Sonne in unseren Breitengraden oft nicht ausreicht, um das Wasser auf angenehme Badetemperaturen aufzuheizen (oder man einfach nicht so lange warten will), gehört eine Poolheizung zum wichtigsten Equipment überhaupt. Doch welches Heizsystem ist das Richtige? Welche Vor- und Nachteile haben die Systeme, was muss beim Kauf und bei der Pflege beachtet werden? Dieser Artikel soll Ihnen die wichtigsten Fragen zu Solaranlagen und Wärmepumpen im direkten Vergleich beantworten.

Pflege und Reinigung

Was Pflege, Wartung und Reinigung angeht, gewinnt die Solaranlage eindeutig gegenüber der Wärmepumpe. Während bei der Solaranlage lediglich die Reinigung des Absorberfeldes vor Beginn und zum Ende der Saison ansteht und gelegentlich abgekehrt werden sollte, benötigt die Wärmepumpe eine ganze Reihe von Wartungsarbeiten und Reinigungsmaßnahmen, die vor und nach der Überwinterungsphase durchgeführt werden sollten. So gehört das Entfernen von Fremdkörpern aus dem Ventilationsgittern sowie die Reinigung des Verdampfers zu den obligatorischen Wartungsarbeiten.

Anschaffung

Der Preis eines Heizsystems für Schwimmbecken richtet sich nach den individuellen Anforderungen des Nutzers und der Größe seines Pools. Letzteres gilt insbesondere für Solaranlagen. Diese werden in der Regel nämlich „stückweise“ angeboten. Das bedeutet, dass die Solarabsorbtionskomponenten in bestimmten Maßen geliefert werden. Die Kollektoren können natürlich nur eine begrenzte Leistung erbringen, so dass zuvor errechnet werden muss, wie viele Kollektoren benötigt werden, um das Poolwasser entsprechend der Quadratmeterzahl des Pools aufzuheizen. Eine Solaranlage für einen Pool mit einer Größe von 20 Quadratmetern kostet beispielsweise (je nach System, Marke und Händler) zwischen 1000 und 1300 €.

Außerdem kommt es darauf an, ob es sich um einen Pool mit oder ohne Abdeckung handelt. Falls eine Abdeckung vorhanden ist, sollte die Größe der Solaranlage circa 60% der Beckenoberfläche entsprechen. Handelt es sich um ein Schwimmbecken ohne Abdeckung, sollte das Größenverhältnis von Solaranlage und Beckenoberfläche 1:1 (100%) betragen, da ein solches Becken schneller auskühlt.

Damit sind Solaranlagen allerdings wesentlich günstiger als Wärmepumpen. Diese werden zwar als Komplettsystem angeboten – allerdings beginnen die Preise hier bei circa 2500 Euro.

Effizienz einer Solaranlage/ Wärmepumpe

Die Effizienz der beiden Systeme hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel:

  • Wie groß ist der Swimmingpool?
  • Welches Modell habe ich (Wärmepumpe)?
  • Lebe ich in einer Region mit überdurchschnittlich vielen Sonnentagen (Solaranlage)?
  • Bei welchen Außentemperaturen möchte ich meinen Pool beheizen?

Wärmepumpe

Je nachdem, wie die Antworten auf diese Fragen ausfallen, kann dem einen oder dem anderen Heizsystem der Vorzug gegeben beziehungsweise die Effizienz von Wärmepumpe oder Solaranlage bestimmt werden. Dass beispielsweise die Installation einer Solaranlage wenig Sinn macht, wenn das Haus, auf dessen Dach die Sonnenkollektoren angebracht werden sollen, durch andere Gebäude oder Bäume fast immer im Schatten steht, leuchtet jedem ein. Andererseits wäre die Anschaffung einer teuren Wärmepumpe ein vorschnelles Unterfangen, wenn man in einem
überaus sonnenreichen Gebiet wohnt.

Eine Wärmepumpe arbeitet natürlich unabhängig von Sonneneinstrahlung, wodurch sie sich in puncto Effizienz deutlich gegenüber einer Solaranlage abhebt. Einige Modelle können den Pool bereits bei Umgebungstemperaturen ab – 8°C beheizen.

Installation und Inbetriebnahme

Eine Wärmepumpe ist in dieser Hinsicht überaus benutzerfreundlich. Nachdem sie einmal in den bereits bestehenden Filterkreislauf eingebunden wurde, arbeitet sie selbstständig und hält das Poolwasser konstant auf der eingestellten Wunschtemperatur. Sobald die eingestellte Temperatur erreicht ist, schaltet die Pumpe ab und fängt erst wieder an zu arbeiten, wenn die Wassertemperatur um zwei Grad von der Wunschtemperatur abweicht.

Was eine Solaranlage an ökologischen Vorteilen mitbringt, geht ihr leider bei der Installation verloren. Denn letztere ist durchaus etwas komplizierter als bei einer Wärmepumpe. Allerdings passen sich die so genannten Absorberbahnen, die auf dem Hausdach angebracht werden müssen, flexibel den unterschiedlichsten Dachformen an. So macht die Installation zwar insgesamt mehr Arbeit, stellt aber kein unüberwindbares Hindernis dar.

Wirtschaftlichkeit

Abgesehen von den Anschaffungspreisen stellt sich für den Poolbesitzer natürlich die Frage nach laufenden Kosten und eventuell anfallenden Zusatzausgaben. Grundsätzlich sei gesagt: Bei guter Pflege und regelmäßiger Wartung sind beide Systeme ziemlich langlebig. Unterschiede gibt es aber dennoch, was die Kosten anbelangt.

Eine Wärmepumpe hat, abgesehen von den vergleichsweise hohen Anschaffungskosten, auch einen ziemlich hohen Stromverbrauch, der bei einer Vorab-Kalkulation berücksichtigt werden sollte. Das ist hier nun einmal der Preis für ein System, dass weitgehend unabhängig von Außeneinflüssen arbeiten kann. Eine Solaranlage verbraucht hingegen überhaupt keinen Strom, ist aber bei extremen Witterungsbedingungen (Sturm, plötzlicher Frosteinbruch, Hagel) nicht einfach zu schützen. So können weitere Kosten für Reparatur oder Auswechslung entstehen. Eine Versicherung gegen solche Wetterkapriolen kann von Vorteil sein. Eine Wärmepumpe kann dagegen ohne Schwierigkeiten im Haus oder Schuppen aufbewahrt werden, wo ihr Wind und Wetter nichts anhaben können.

Eine Wärmepumpe besteht allerdings, auch das soll erwähnt werden, aus mehreren Einzelkomponenten (Kompressor, Wärmetauscher, Steuerelektronik und Lüfter), die auch bei sachgemäßer Benutzung und gründlicher Wartung irgendwann einmal verschleißen und von einem Fachmann repariert oder ausgewechselt werden müssen. Der Wartungsaufwand bei Solaranlagen ist dagegen, wie eingangs schon angedeutet, vergleichsweise gering.

Weitere Informationen:

Poolsolarheizung vor Ort